AStA kritisiert Ablauf der Umstellung des Lehramtsstudiums auf Bachelor-Master

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln kritisiert die chaotische Einführung der neuen Lehramtsstudiengänge in NRW. Sowohl für die noch im alten Lehramtsstudium eingeschriebenen Studierenden als auch für die Neulinge, die im Oktober an die Unis kommen, bringe die Umstellung einige gravierende Probleme mit sich.
So werden Studierende, die ihr Studium zum letztmöglichen Zeitpunkt in den alten Lehramtsstudiengängen begonnen haben, mit einem enormen Zeitdruck konfrontiert. Wer sein Studium nicht spätestens vier Semester nach Ablauf der Regelstudienzeit beendet hat, soll exmatrikuliert werden.

Dazu Katharina Sass, 2. AStA-Vorsitzende: „Wer nicht schnell genug studiert, fliegt raus. Ein Lehramtsstudium in 13 Semestern abzuschließen ist jedoch keineswegs selbstverständlich. Im Gegenteil, die Regelstudienzeit ist hier so unrealistisch, dass ein Großteil der Studierenden sie deutlich überschreitet. Die angestrebten Auslauffristen sind daher völlig unzureichend! Das Ministerium muss eingreifen und die Maximal-Frist über das Wintersemester 2017/2018 hinaus deutlich verlängern. Und die Universitäten sollten mindestens allen die Möglichkeit geben auch wirklich bis zum Wintersemester 2017/2018 zu studieren und nicht schon vorher Leute rausschmeißen, wie in Köln geplant. Ansonsten werden zahlreiche Lehramtstudierende gezwungen sein, ihr Studium kurz vor Schluss abzubrechen.“

Auch wird kritisiert, dass es bisher keine rechtskräftige Masterplatz-Garantie für die neuen Lehramtsstudiengänge gebe.

Thomas Köppen, Mitglied des AStA-Vorstands, erläutert: „Ohne Masterplatz-Garantie werden vermutlich in Kürze Absolventen des Lehramts-Bachelor ohne Master-Studienplatz dastehen. Hier wurde aus den Erfahrungen in anderen Bundesländern nicht gelernt. Der Lehramts-Bachelor ist auf dem Arbeitsmarkt wertlos und reicht insbesondere für den Lehrberuf nicht aus. Wir fordern als Minimum eine sofortige und rechtskräftige Garantie dafür, dass an der Universität, an der der Bachelor absolviert wurde, auch einen anschließenden Master absolviert werden kann unabhängig von Noten oder sonstigen Ausschlusskriterien. Ein halbfertiges Lehrerproletariat ist sonst die Folge.“

Auch darüber hinaus ist die Situation im neuen Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL), das die Umstellung an der Uni Köln organisieren soll, aus Sicht des AStA noch nicht akzeptabel.

Max Christian Derichsweiler, Mitglied des ZfL für den AStA, erklärt: „Die Ressourcen des ZfL sind sehr unzureichend. Ob die Stelle der Prüfungsleitung bis September besetzt wird, ist mehr als fraglich. Studieneinsteiger werden bisher nur sehr unzureichend informiert und eine Masterplatzgarantie fehlt.“