Ein Überblick über Burschenschaften und andere Studentenverbindungen

Ein Vortrag von Jörg Kronauer

Mittwoch, 2. November, 19 Uhr

Studiobühne (Probebühne), Universitätsstraße 16

In den 1970ern schien ihr Ende nahe. Studentenverbindungen (elitäre Traditionsvereine konservativer bis extrem rechter Prägung) gerieten durch den Modernisierungsschub an den Hochschulen gewaltig unter Druck.
Ihr altertümliches Gehabe, das sich in seltsamen Trink- und Feierriten, angeblich altdeutscher Kleidung und konservativen Handlungsweisen zeigt, schien den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht mehr angemessen. Spätestens in den 1990ern hat sich diese Tendenz grundlegend verändert. Der strukturelle Konservatismus der Studentenverbindungen lässt sie angesichts des ungebrochenen Vormarsches reaktionärer Positionen in der deutschen Gesellschaft wieder zunehmend als attraktive Vereinigungen erscheinen. Elitendenken, Männerbündeleien, Unterordnungsbereitschaft, Militarismus, Akzeptanz von Hierarchien und Geschlechterstereotypen – das sind Verhaltensweisen, die in Studentenverbindungen erlernt und danach oft in gehobener Position praktiziert werden. Besonders bei Burschenschaften verbindet sich dieser Habitus mit engen Kontakten zur extremen Rechten.

Der AStA möchte mit dieser Infoveranstaltung die Diskussion um Burschenschaften, die sich rund um den geforderten Ariernachweis bei der Deutschen Burschenschaft entwickelt hat, auch an der Universität beginnen.
Wir hoffen, mit diesem Vortrag eine Grundlage hierfür zu schaffen.