Donnerstag 15. Dezember 2011 // 17:45 Uhr // Hörsaal G (Hörsaalgebäude)

Das deutsche Bildungssystem ist mit seiner Mehrgliedrigkeit und dem Sonderschulwesen hochgradig selektiv und diskriminierend. Das Konzept der Inklusion stellt eine notwendige Alternative dar. Inklusion bedeutet zunächst das Recht aller auf Teilhabe an sämtlichen gesellschaftlichen Prozessen. Der wichtigste Ansatzpunkt um diese allgemeine Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft für alle zu ermöglichen ist das Recht auf Bildung. Die von Deutschland Anfang 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention garantiert jedem Kind oder Jugendlichen (egal ob mit oder ohne Förderbedarf) die Teilhabe am allgemeinen Bildungssystem. Deutschland hat sich verpflichtet ein „inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen“ zu schaffen. In der Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention ist Deutschland leider noch weit von diesem Ideal entfernt, da viele gesellschaftliche Akteure versuchen an dem ungerechten, sozial selektiven mehrgliedrigen Schulsystem festzuhalten. Das Ziel bleibt ein Kindergarten für alle, „eine Schule für Alle“,ebenso wie die Gestaltung non-formaler Bildungsprozesse ohne Aussonderung und in Gemeinsamkeit, damit alle Kinder gemeinsam lernen können, Verschiedenartigkeit als Bereicherung angesehen wird und so die Chancengerechtigkeit aller Lernenden verbessert wird. Inklusive Bildung respektiert die Individualität und Einzigartigkeit aller und schließt niemanden aus.

Eine Veranstaltung mit Prof. Dr. Andrea Platte (Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene, FH Köln)