Donnerstag 01. Dezember 2011 // 17:45 Uhr // Hörsaal G (Hörsaalgebäude)

Wie jedwede „kritische Wissenschaft“ fragt auch die Kritische Psychologie nach der gesellschaftlichen Funktion ihres Faches: Wie ist die Psychologie / sind psychologische Ansätze mit Herrschaftsstrukturen vermittelt? Die weiter gehende Frage ist dann: (Wie) kann eine Fremdbestimmtheit überwindende subjektive Entwicklung wissenschaftlich gefasst und praktisch befördert werden? In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen hat die Kritische Psychologie versucht, den inhaltlichen Zusammenhang der gesellschaftlichen Funktion der Psychologie mit nur scheinbar neutralen psychologischen Begriffen (wie Motivation, Begabung) und Methoden (wie Experiment, qualitative Methoden, Handlungsforschung) aufzuzeigen. Im Vortrag sollen dies an Beispielen erläutert und daraus das eigene Herangehen der Kritischen Psychologie begründet werden. In deren „subjektwissenschaftlicher“ Per­­spektive beziehen sich Geltung und Verallgemeinerung auf das Verhältnis von Handlungsbehinderungen und Handlungsmöglichkeiten und nicht auf individuelle Merkmale. Gegenstand der Forschung sind nicht (andere) Menschen als Erkenntnisobjekte, sondern die Welt, wie sie von ihnen erfahren wird und ggf. verändert werden kann – statt dass danach gefragt wird, wie die Welt auf die Individuen „wirkt“.

Eine Veranstaltung mit apl. Prof. Dr. Morus Markard (Arbeitsbereich Kritische Psychologie FU Berlin)