Lesung und Diskussion mit Roman Kuhn und Christoph Plutte

»Ich zähle nicht zu den Bewunderern der SI«, schrieb Guy Debord, als sich die Situationistische Internationale bereits in Auflösung befand. Dass Debord nicht nur kein »Bewunderer«, sondern ihr schonungslosester Kritiker war, zeigen die im Band versammelten ausgewählten Briefe. Sie setzen mit der Gründung der SI 1957 ein, dokumentieren die Spaltungen, die die Entwicklung von einem Zirkel experimentierender Künstler, Architekten und Philosophen zu einer politischen Avantgarde begleiteten, und lassen erkennen, dass Debord die Auflösung der Gruppe als zwingende Konsequenz aus der geschichtlichen und politischen Entwicklung begriff. Deren Analyse ist der rote Faden, der sich über das Ende der SI hinaus bis zu Debords Tod 1994 durch die Korrespondenz zieht.

Vom Algerienkrieg, der Machtübernahme de Gaulles und den Ereignissen um das Jahr 1968 über die politischen Krisen in Italien, Spanien, Portugal und Polen bis hin zum Ende der Sowjetunion werden geschichtliche Ereignisse auf ihre Bedeutung für die revolutionäre Bewegung befragt.

Roman Kuhn und Christoph Plutte gehören zu den ÜbersetzerInnen der gerade im Berliner Verlag Edition Tiamat erschienenen Auswahl von Briefen Guy Debords.

Samstag, 22. Oktober 2011, 19:00 Uhr

Probebühne im AStA-Cafe, Universitätsstr. 16, Köln

Veranstalter: AStA der Universität Köln und Veranstaltungs-Ag des AZ Köln