Auch in diesem Semester bietet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln eine kritische Ringvorlesung mit dem Titel „Alternativen Denken“ an.

Dazu Michael Busch, Referent für Kritische Wissenschaften und Antidiskriminierung im AStA: „Das Studium soll eine Zeit der persönlichen Weiterentwicklung sein. Doch die kritische Auseinandersetzung mit kontroversen Themen bleibt angesichts der hohen Prüfungslast im Bachelor- oder Master-Studium oft auf der Strecke. Kritische Ansätze bekommen in den Lehrplänen oft zu wenig Raum. Deshalb haben wir die Sache selbst in die Hand genommen und diese Ringvorlesung organisiert.“

Jonas Thiele, 1. AStA-Vorsitzender, fügt hinzu: „Dieses Semester wird es beispielsweise um die Vereinnahmung der Wissenschaft durch unternehmerische oder militärische Interessen gehen. Auch die Gründe für die anstehenden Bildungsproteste und die Frage, welche Art von Bildungsbegriff wir vertreten wollen, werden diskutiert. Themen wie Queer Studies, Gender-Diversity, kritische Psychologie und Neurowissenschaft runden die Vorlesung ab.“

Die Vorlesung startet diesen Donnerstag, den 27.10. mit einer Veranstaltung mit Prof. Dr. Rudolph Bauer, Politikwissenschaftler aus Bremen, zum Thema: „Freiheit der Wissenschaft“.

Im Ankündigungstext dazu heißt es: „Die Wissenschaftsfreiheit zählt im Zusammenhang mit der Forschungsfreiheit und der Lehrfreiheit zu den Grundrechten, die in Deutschland gemäß Art. 5 Abs. 3 der Verfassung grundgesetzlich geschützt sind. Der kritische Blick auf die Entwicklungen an den Universitäten und Hochschulen zeigt, dass der Staat und andere gesellschaftliche Kräfte, vor allem Unternehmen und Banken, mit sowohl alten als auch neuen Methoden die Wissenschaft und die Wissenschaftler/innen in den Dienst ihrer Interessen zu bringen versuchen. Besondere Paradoxie: Unter Berufung auf die Freiheit der Wissenschaft wird die Forschung für inhumane Zwecke und zur militärischen Verwendung für rechtens erklärt.“

Dazu Jessica Kellershofen, Politikreferentin des AStA: „Diese Veranstaltung ist sehr relevant im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Zivilklausel für die Universität zu Köln. Der AStA plädiert für eine solche Klausel, die militärisch-zivile Zusammenarbeit verhindern würde. Wer sich mit der Frage, wie die Freiheit der Wissenschaft geschützt werden kann, beschäftigen will, sollte zu dieser Veranstaltung kommen!“

Die Vorlesung findet jeden Donnerstag um 17:45 Uhr in Hörsaal G im Hörsaalgebäude der Universität statt.