In der kommenden Woche findet die Begehung der Uni Köln anlässlich der Bewerbung zur Exzellenzinitiative statt. Unabhängig vom Ergebnis kritisiert der AStA der Uni Köln diesen Wettbewerb.

„Momentan rotieren an der Uni Köln alle Statusgruppen und alle Fakultäten, wenn der Begriff Exzellenzinitiative fällt. Dabei ist es unserer Meinung nach egal, wie das Ergebnis ausfällt, ob die Uni Köln zur Eliteuni wird oder nicht, denn sowohl die Uni Köln als auch andere Hochschulstandorte können nur verlieren.“ stellt Philipp Schubert, 2. Vorsitzender des AStA der Uni Köln fest.

Statt die Hochschulen ausreichend zu finanzieren bedient man sich seit längerem Verfahren, wie der Exzellenzinitiative und anderen Wettbewerben. Diese sind nach Meinung des AStA intransparent und undemokratisch. Sie erzeugen eine Kluft zwischen wenigen so genannten Elite-Universitäten  und vielen Massenhochschulen. Letztere erhalten deutlich weniger Geld für Forschung und werden zu reinen Lehranstalten. Die „Elite-Unis“ picken sich dagegen ihre Studierenden heraus. Das Ziel  ist ein System ähnlich dem englischen, französischen oder amerikanischen  – die Konsequenzen sind damit klar: Soziale Auslese nach Elternhaus und  schlechtere akademische Bildung für die Massen. Das muss unbedingt  verhindert werden.

Luisa Schwab, 1. Vorsitzende des AStA kritisiert: „Eine Ausfinanzierung der Hochschulen findet leider nicht statt. Stattdessen werden die Hochschulen gezwungen gegeneinander „aufzurüsten“. Dabei kommen die Gelder verschiedenen Projekten zu, die meist nicht die Lehre betreffen. Hochschulen, die bereits weniger gefördert werden, haben auch hier keine Chance auf eine Förderung, um sich weiterzuentwickeln.“

„Es werden nicht einmal Zahlen erhoben, wie hoch die tatsächlichen Bedarfe an den Hochschulen sind. An vielen Stellen fehlt es weiterhin an Studienplätzen und ausreichend Personal. Die Studierenden im Bereich Lehramt Sonderpädagogik beispielsweise werden seit der Umstellung auf den Bachelorstudiengang im Bereich der sprachlichen Grundbildung von Germanist*innen unterrichtet und nicht von darauf geschultem Personal. Dies ist für Studierende und Lehrende extrem unbefriedigend.“ schlussfolgert Jessica Kellershofen, Referentin des Politikreferats.

Dabei denkt der AStA vor allem an die kleinen Fächer, die überwiegend  als wirtschaftlich nicht interessant wahrgenommen werden und sich nicht  einer Effizienzideologie unterwerfen lassen.

„Die Judaistik beispielsweise gilt an der  Uni als das ineffektivste Fach. Verglichen mit anderen Fächern gibt es relativ wenige Veröffentlichungen, wenige Absolvent*innen und  Promovierende. Würde diese derzeitig angesetzte Verwertungslogik  konsequent weitergedacht, hätte dies in letzter Instanz die Abschaffung  von Fächern wie der Judaistik zur Folge. Uns ist jedoch die Feststellung  wichtig, dass gerade in kleinen Fächern und deren Forschungsperspektiven häufig auch für andere Disziplinen bedeutsames  Erkenntnispotential verankert ist.“ ergänzt Cedric Waßer, Projektleiter im Referat für kritische Wissenschaft und Antidiskriminierung

Wichtig ist dem AStA auch, dass die Mittelvergabe durch Wettbewerbe verhindern, dass es Kooperationen zwischen Hochschulstandorten gibt.

„Neue und kreative Konzepte in Forschung und Lehre werden für sich behalten und wie ein Augapfel behütet. Kein anderer Hochschulstandort soll Informationen erhalten und diese verwenden können. Damit wird wider wissenschaftlichen Erkenntnissen gehandelt, welche die Überlegenheit kooperativer gegenüber konkurrenzvermittelten Arbeitsweisen ausweisen.  Wenn es in Münster gute Konzepte gibt, sollen diese auch in Köln und anderen Hochschulen umgesetzt werden können und umgekehrt.“ sagt Luisa Schwab.

Der AStA zieht daraus das Fazit, dass ein sofortiger Ausstieg aus der  Exzellenzinitiative und anderen Wettbewerben erfolgen muss.