Im Interview mit Kölncampus hat die 1. AStA-Vorsitzende Luisa die von uns schon per Pressemitteilung erläuterte Kritik an der Exzellenzinitiative deutlich gemacht. Hier könnt ihr das Interview anhören.

Poster des AStA zur Vorstellung der Exzellenzinitiative

Hier die Transkription des Interviews mit Kölncampus

Die Uni Köln bereitet sich auf Begehung anlässlich ihrer Bewerbung für die Exzellenzinitiative vor.

Diese Initiative des Bundes und der Länder gibt es seit 2005 und sie fördert nach eigener Aussage herausragende Forschung an deutschen Universitäten. Hört sich erstmal gut an.

Wie ihr das finden würdet, wenn die Uni Köln zur Eliteuni würde, haben wir euch auf dem Campus gefragt:

Ist mir egal. – Schlecht, weil ich mir die Frage stelle, warum muss es eine Eliteuniversität sein? Die Zweige, die ausgebildet werden, also eben nicht die Geistenswissenschaften, weil man da leider nicht viel Geld mit machen kann. – Das ist mir völlig egal! – Ich würde es nicht verkehrt finden, weil wahrscheinlich mehr Geld in die Uni investiert werden würde, es würde mehr ausgebaut werden und wir hätten mehr Bücher, mehr Lehrbuchsammlungen, bessere und mehr Tutorien vor allem. Mehr Kurse, vielleicht werden dann die Räume auch nicht so voll? – Ich fänd das gut, weil ich bin Kölner und das ist ja ein Stolz für die Stadt.

Der AStA der Uni Köln ist ganz und gar nicht begeistert. Luisa, erste Vorsitzende ist bei mir im Studio. Luisa, was genau stört euch denn an der Exzellenzinitiative?

Als erstes stört uns der Begriff „Exzellent“. Wenn wir einige Hochschulen als Elite oder exzellent bezeichnen, dann werden viele andere Hochschulen im ganzen Land herabgestuft. Dabei entstehen merkbare Qualitätsunterschiede, es entstehen Ausbildungs- oder Massenuniversitäten und die sogenannten sehr sehr wenigen Eliteuniversitäten.

Was glaubt ihr sind die Konsequenzen für Universitäten, die diesen Titel eben nicht bekommen?

Generell ist es schonmal so, dass die Universitäten eine unterschiedliche Ausgangslage haben, also eine finanziell unterschiedliche Ausgangslage, da die Bundesländer momentan die Hochschulen finanzieren. Dabei ist es so, dass die Hochschulen untereinander in Konkurrenz treten müssen und unterschiedliche kreative Ideen und Konzepte um die Lehre und Forschung zu verbessern können dann nicht an einzelnen Universitäten umgesetzt werden,sondern die Ideen werden für sich behalten und die Hochschulen versuchen, diese Ideen und Konzepte umzusetzen. Durch diese unterschiedliche Ausgangslage aber, können viele Ideen nicht umgesetzt werden und nur die starken Hochschulen werden weiterhin gefördert. Also das Vergabeprinzip erfolgt tatsächlich eher nach „Wer hat, dem wird gegeben.“.

Ihr meint also, es kommt zu einer Art Wettbewerb zwischen den Hochschulen, der auch nicht gut ist?

Genau. Die Kluft zwischen den sogenannten Eliteuniversitäten und den Ausbildungs- und Massenuniversitäten wird dadurch immer größer. Wir wollen natürlich, dass die Hochschulen grundlegend besser gefördert werden und dass alle Hochschulen die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Menschen auszubilden und auch gleichmäßig Forschung betreiben können.

Also seht ihr die Fördergelder gar nicht als Chance für die Universität oder zumindest für manche Fachbereiche?

Bisher wurden tatsächlich so viele Millionen in die Exzellenzinitiative hineingesteckt, dass wir erstmal davon ausgehen, .. angenommen, wir würden jetzt nicht Eliteuni werden, was passiert dann mit unserer Hochschule? Da wurde schon soviel Geld reingesteckt, da ist jetzt kaum noch irgendwas über, um tatsächlich was in die Lehre zu stecken. Wenn das Geld hier ankommen sollte, werden andere Hochschulen einfach zu krass geschwächt und es könnte tatsächlich auch dazu kommen, dass vor allem Ingenieurswissenschaften und Naturwissenschaften gefördert werden und die Geistes- und Sozialwissenschaften stehen dann wieder als die großen Verlierer da.

Und was wollt ihr jetzt von der Uni Köln? Wie soll sie sich verhalten, eurer Meinung nach?

Wir fordern einen sofortigen Ausstieg aus der Exzellenzinitiative und auch anderen Wettbewerben, da wir der Meinung sind, dass kreative Ideen und Konzepte an allen Hochschulen im Land umgesetzt werden müssen und alle Hochschulen eine grundlegende Finanzierung benötigen.

Wie geht es denn jetzt weiter, rechnet ihr mit einer Reaktion auf eure Forderungen? Sind noch Aktionen in die Richtung geplant?

Wir haben heute eine Begehung und dort haben wir einige Flyer ausgedruckt, auf Englisch und auf Deutsch, die werden wir an die Studierenden und die Jury der Exzellenzinitiative verteilen und hoffen, dass das irgendwie noch eine Reaktion hervorruft.

Ok, hättet ihr denn auch Alternativvorschläge für die Verteilung von den ganzen Forschungsgeldern für solche Initiativen, die sind ja da?

Ja, die Gelder sind offensichtlich da. Wir fodern tatsächlich auch, dass Bund endlich mal wieder die Förderung der Hochschulen und des Bildungssystems in die Hand nimmt und allen Hochschulen gleichmäßig nach Bedarf Geld verteilt.

Ok. Der ASTA der Uni Köln fordert den Ausstieg aus der Exzellenzinitiative und aus ähnlichen Wettbewerben. Luisa, 1. Vorsitzende des ASTAs hat uns erklärt, warum. Danke dir dafür!

(Das Interview führte Lisa Wischer.)