Forderungen als Reaktion auf das Haushaltsdefizit der Uni Münster:
(zur dramatischen Lage der Uni Münster lest hier die Schilderung des AStA Münster.)

Wir, verschiedene ASten aus Nordrhein-Westfalen, nehmen erschrocken zur Kenntnis, dass die Universität Münster auf Druck des Hochschulrates fast zehn Millionen Euro einsparen muss. Diese Kürzungen werden zweifellos zu Lasten der Studierenden und des gesamten universitären Lebens gehen. Sparen, um zu sparen, ist der falsche Weg – insbesondere im Angesicht des auf die Hochschulen zukommenden, teils schon an vorhandenen Studierendenansturms.

Wir erklären uns solidarisch mit den Studierenden der Universität Münster und unterstützen sie im Kampf gegen die durch die Entscheidung des Hochschulrates eingeleitete Verschlechterung der Studien- und Lehrbedingungen.

Allerdings bestärkt uns die derzeitige Entwicklung – leider – in unserer Analyse des derzeitigen Hochschulsystems in der BRD im Allgemeinen und in NRW im Besonderen:

Erstens sind die Hochschulen deutlich unterfinanziert, zweitens ist die Machtfülle des undemokratischen und unnötigen Gremiums namens Hochschulrat untragbar.

Daher stellen wir die folgenden Forderungen, die in den gegenwärtigen Ereignissen zum wiederholten Male ihre Berechtigung finden:

1.    Die Hochschulen müssen von Bund und Ländern ausfinanziert werden!

Es ist eine bekannte und oft genug ausgesprochene Tatsache, dass den Hochschulen an allen Ecken und Enden das Geld fehlt. Nicht einmal für ihre Kernaufgabe – für angemessene Studien-, Lehr- und Forschungsbedingungen zu sorgen – reichen die vom Land bereitgestellten Mittel aus! Es  ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, dass auch der Bund, statt Leuchtturmprojekte in der Forschung zu fördern, dauerhaft an der Finanzierung der Hochschulen beteiligt wird. Das Kooperationsverbot kann gar nicht schnell genug abgeschafft werden!

2.    Die Hochschulräte müssen abgeschafft werden und ihre Befugnisse an gruppenparitätisch besetze Gremien der universitären Selbstverwaltung übergehen!

Auch diese Forderung ist zuhauf angebracht worden: Die Ökonomisierung des Wissenschaftsbereichs mit der Gleichsetzung Studierende = Kund*innen, die in der Installierung der Hochschulräte einen der vielfältigen traurigen Höhepunkte fand, muss gestoppt werden. Wenn entscheidende Gremien in Hinterzimmern besetzt werden, wenn Externe die Hochschulen regieren, wenn Thomas Middelhoff, der Arcandor in die Pleite geführt hat, über den Wirtschaftsplan der Uni Münster entscheidet, kann die Konsequenz nur sein, dieses unsägliche Gremium wieder abzuschaffen.

Auf keinen Fall und unter keinen Umständen darf es dazu kommen, dass an den Studienbedingungen, dass an der Lehre, dass an der Bildung gespart wird. Weder in Münster noch anderswo.