Der Zusammenschluss der Kölner Studierendenvertretungen kritisiert die Kölner Kommunalpolitik für ihr fehlendes Engagement bei der Schaffung studentischen Wohnraums. „Auf der letzten Kölner ASten-Konferenz hat sich ganz klar die Einschätzung ergeben, dass es einen akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum im gesamten Kölner Stadtgebiet gibt“, so Alex Suchomsky, Sozialreferent im AStA der Uni Köln.

Rike Esser, 1. Vorsitzende im AStA der Deutschen Sporthochschule Köln ergänzt: “ Durch den Wegfall der Wehrpflicht und das sogenannte G8 befürchten wir für das kommende Wintersemester eine akute Zunahme der Wohnungsnot. Weder die Hochschulen selbst noch die Kommune haben im Vorfeld ernsthafte Vorkehrungen getroffen, um Perspektiven für bessere Studienbedingungen und bezahlbaren Wohnraum in der Nähe unserer Hochschulen zu bieten.“

Die neuesten Zahlen des Kölner Studentenwerks (KStW) belegen, dass die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum in Köln im Jahr 2011 eindeutig unter dem Landes – und  Bundesdurchschnitt lag. „Bei mehr als 70.000 Studierenden kann das KStW lediglich 6,5 Prozent aller Kölner Student*innen mit einem  Wohnplatz  versorgen. Im landesweiten Durchschnitt sind dies jedoch fast 8 Prozent“, kritisiert Mike Burion vom AStA der FH Köln. „Hinzu kommt, dass die Mietpreise außerhalb von Studentenwohnheimen in einer Großstadt wie Köln sowieso schon überdurchschnittlich hoch sind.“

Savas Özel vom AStA der FH Köln kritisiert, dass die Kommunalpolitik nur halbherzige und unglaubwürdige Vorschläge zur Schaffung von studentischem Wohnraum unterbreitet: „Angebote der parteipolitischen Vertreter*innen sind nicht tragbar. Sie sind oft zu teuer, liegen in unattraktiven Wohngegenden und sind baufällig. Die Renovierungskosten sind weder für das KStW tragbar noch ist es sinnvoll Studierende dort unterzubringen.“

Kölner Kommunalpolitiker*innen argumentieren, dass die prekäre Wohnungssituation nur eine gewisse Kreativität erfordert. „Das KStW ist nicht unkreativ. Bei aller Kritik muss man der Wahrheit ins Auge sehen: Ohne eine ausreichende finanzielle Unterstützung aus Landesmitteln wird das KStW mittelfristig nicht in der Lage sein, studentischen Wohnraum zu erwerben. Dabei sollten brachliegende Flächen, wie der Eifelwall an der Luxemburger Straße sowie das Helios-Gelände in Ehrenfeld oder das ehemalige Gelände der Dom-Brauerei in der Kölner Südstadt endlich genutzt werden. Es fehlt nur der Mut und die Entschlossenheit, für die Belange von Studierenden nach vorne zu preschen“, kritisiert Philipp Schubert, 1. Vorsitzender im AStA der Uni Köln.

Die akute Wohnungsnot für Studierende wird auch Thema des Runden Tisches Kommunalpolitik sein, den der AStA der Uni Köln im vergangenen Jahr initiiert hat. Dort kommt es zu einem regelmäßigen Austausch zwischen Kommunalpolitiker*innen und studentischen Vertreter*innen der verschiedenen Kölner Asten.

Der AStA der Uni Köln unterstützt das Projekt FairMieten, dass euch Unterstützung bei der Wohnungssuche bietet.