Wir brauchen eine Universität, an der sich alle intellektuell mit den drängenden gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen und kooperativ für eine friedliche und menschenwürdige Entwicklung der Welt forschen, lernen und arbeiten können.“  (AUS DER RESOLUTION DER VOLLVERSAMMLUNG MIT 500 STUDIERENDEN UND MITARBEITER*INNEN VOM 17.10.2012),

 

Liebe Kommiliton*innen und Kolleg*innen

wie es ist, kann es nicht bleiben: Pauken statt Lernen, Mangel an Masterplätzen und knapp gehaltene öffentliche Mittel sowie prekäre Beschäftigung an der Uni führen zu Konkurrenz- und Leistungsdruck. Menschen sind kein „Kostenfaktor“, kein passives und verwertbares „Humankapital“, das für die Anforderungen der Wirtschaft veredelt werden soll, sondern Menschen. Alle können die Welt bewusst human gestalten – das ist auch Aufgabe der Hochschulen. Dafür braucht es wesentlich verbesserte Voraussetzungen: Bachelor/Master muss daher grundlegend reformiert, die Hochschulen müssen ausreichend finanziert und demokratisch verfasst werden.

Deshalb findet am Dienstag, den 4. Dezember, um 18:00 Uhr in Hörsaal A1 im Hörsaalgebäude die nächste Vollversammlung statt.

Die Zeit für Verbesserung ist reif: Um die gesellschaftlichen Probleme im allgemeinen Interesse zu überwinden, entstehen in ganz Europa Kritik, Aufklärung und engagierter Widerstand. Der Bildungsstreik 2009 hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Scheitern der Bachelor/Master-Studiengänge, mit denen alle zügig für den Arbeitsmarkt abgefertigt werden sollen und Kritik behindert statt gefördert wird, offenkundig wurde. Bei der ersten Vollversammlung in diesem Semester an der Universität Köln haben sich ca. 500 Studierende und Mitarbeiter*innen für eine demokratische und zivile Hochschule und eine grundlegende Studienreform ausgesprochen. Selbst die eher konservative Hochschulrektorenkonferenz kritisiert mittlerweile: Bachelor ist Ausbildung statt Bildung, der „Blick über den Tellerrand“ ist aber genau das, was Hochschulen ausmachen sollte. Das marktorientierte „Hochschulfreiheitsgesetz“, mit dem die abgewählte schwarz-gelbe Landesregierung in NRW an den Hochschulen Demokratie abgebaut und Top-Down-Management-Strukturen etabliert hat, soll mittlerweile reformiert werden. Die Studiengebühren wurden aufgrund der Aufklärungsaktivitäten und Proteste der Studierendenbewegung bereits abgeschafft. Für Verbesserungen kommt es auf unser Engagement an. Damit alle verantwortungsvoll und vertieft gesellschaftlich relevanten Fragen nachgehen und aufgeklärt für soziale Verbesserung und Frieden eingreifen können, wollen wir folgende Punkte diskutieren und Aktivitäten dafür überlegen:

  • Wie sollen die Bachelor-Master-Studiengänge sinnvoll reformiert werden?
  • Was wollen wir dafür unternehmen, dass die zivile Orientierung der Wissenschaft an der Hochschule verankert wird (Zivilklausel)?
  • Wie kann lebendige Demokratie in der Hochschule verwirklicht werden?
  • Was wollen wir dafür unternehmen, dass eine bedarfsdeckende Hochschulfinanzierung ohne Abhängigkeit von privaten Geldgeber*innen realisiert wird?

Zu diesen Fragen haben Arbeitsgruppen seit der letzten Vollversammlung folgende Grundlage für eine Resolution und eine uniweite Aufklärungs- und Unterschriftenkampagne erarbeitet.

Engagierte Grüße

Die Arbeitsgruppen der Vollversammlung