Am vergangenen Samstag wurde in Bonn, das Gebäude Nummer 160 in der Meckenheimer Allee besetzt. Sinn und Zweck war die Errichtungen eines sozialen Zentrums, einem Ort also an dem sich Menschen frei von Konsumzwang entfalten können. Eigentümer des leerstehenden Hauses ist die Universität Bonn, sie stellte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch. Nach Verhandlungen mit einem Vertreter der Universität, die nur klarstellte das sie eine Besetzung nicht dulden werde, verließen die Besetzer*innen das Gebäude.

Wir unterstützen die legitime Forderung nach der sinnvollen Nutzung leerstehender Häuser für soziale Zwecke. Gerade die Universität der Stadt Bonn, welche gleich mehrere Gebäude ungenutzt lässt, sollte sich Gedanken über ihren Umgang mit den vorhandenen Ressourcen machen. Auf der einen Seite steigen die Mieten, Studierende finden keine Wohnungen, Räume für selbstverwaltete Kultur, Kunst und Politik werden geschlossen und auf der anderen Seite stehen die Häuser ungenutzt und unbewohnt dar, verfallen und dienen höchstens als Spekulationsobjekte. In Bonn zeichnet sich gerade ein ähnliches Bild wie in Köln ab, auch dort gibt es eine massive Wohnungsnot – nicht nur bei Studierenden. Doch immerhin verfügt Köln zur Zeit noch über das Autonome Zentrum, welches ein allgemein zugängliches, kostenloses Angebot an Kultur, Kunst und Politik geschaffen hat, so wie die Besetzer*innen es in Bonn ebenfalls gerne getan hätten. In dem Kontext sei noch erwähnt, dass auch das Autonome Zentrum gerade, durch die Stadt Köln, in seiner Existenz bedroht wird, was wir ebenfalls verurteilen.
Wir, der AStA der Universität zu Köln und der AStA der Fachhochschule Köln, fordern die Universitätsleitung in Bonn daher auf, die Anzeigen gegen die Besetzer*innen zurückzuziehen, mit diesen über eine Zwischennutzung zu verhandeln und langfristige Pläne für ihre ungenutzten Räumlichkeiten zu erarbeiten.