Bei der heutigen Senatssitzung der Uni Köln zeigte sich der Rektor Axel Freimuth von einer bisher unbekannten Seite: Er führte konstruktiv und kooperativ, teilweise sogar recht freundlich durch den öffentlichen Teil der Senatssitzung, bei dem der einzige Tagesordnungspunkt von den Studierenden eingebracht wurde.

Als Resultat der Vollversammlung von Beginn des Semesters war eine Stellungnahme zu akuten Problemen an der Hochschule erstellt worden, die der Senat diskutierte. Alle Seiten kamen dabei gleichberechtigt zu Wort und die Diskussion verlief sehr friedlich und konstruktiv. Obwohl die Stelungnahme der Studierenden viele verschiedene Punkte beinhaltete, wurde vor Allem das Bachelor-Master-Konzept und der Umgang der Fakultäten mit verändertem Lernverhalten diskutiert.

In der Vergangenheit hatte man schon Situationen erlebt, in denen der Rektor kritische Fragen zu diesem Thema kommentarlos abgewürgt und mit dominantem Redeverhalten die Diskussion an sich gerissen hatte. Dass es offensichtlich auch anders möglich sein kann, erfreute und verwunderte die anwesenden Student*innen.

Ein konkretes Anliegen, welches aus der Studierendenschaft formuliert wurde, war das Einsetzten eines „dies academicus“ im kommendem Semester: Ein Tag, an dem alle Lehrveranstaltungen ausfallen würden um mit allen Statusgruppen die momentane Situation der Uni zu reflektieren und eine Neuausrichtung zu formen. Der Rektor sagte diesem Vorschlag zu und beauftragte den Pro-Rektor für Studium und Lehre, sich diesem Thema anzunehmen.

Ein anderes Thema, dem sich der Rektor annehmen wollte, ist, die Möglichkeiten zu verbessern, Informationen an die Studierenden heranzutragen. Dies wurde ebenfalls von den Studierenden gefordert, egal ob über Email oder Plätze für Plakate. Der Rektor zeigte sich bereit, gemeinsam mit dem Kanzler dieses Problem anzugehen um Wildplakatieren zu verhindern, aber die bestehende Situation zu verbessern. Generell betonte er noch, er habe großes Interesse daran einen offenen und breiten Dialog auf dem Campus über verschiedene Herausforderungen der Universität zu führen. Das vom Prorektorat angestoßene Projekt Campus im Dialog sei hierbei ein groß angelegtes Projekt, welches grade erst begonnen habe.

Jan Burchard