In Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis

am 17. Mai 1933 an der Kölner Universität

In der Filmreihe: Erinnern gegen das Vergessen

LORE

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Süddeutschland 1945, kurz vor Ankunft der Alliierten. Die 15jährige Lore, Tochter ranghoher Nazis, ver-sucht sich zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern zu den Großeltern in den Norden durchzuschlagen. Die Reise quer durch die Sektoren und zerstörten Landschaften wird zur gefährlichen Odyssee. Mehr noch als Hunger und Kälte beginnen die Zweifel Lore zuzusetzen: Nichts, woran sie so unerschütterlich zu glauben meinte, scheint jetzt noch Bestand zu haben.

Die australische Regisseurin Cate Shortland wagt sich an eine kaum erzählte Perspektive: Die Wahrneh-mung von Kindern, denen man mit aller Macht versucht hat, das Mitgefühl auszutreiben, die umgeben vom Wahn von Rasse und Herrenmenschentum aufgewachsen sind. Nun, im Zusammenbruch, reichen die alten Muster nicht mehr aus, die Welt zu verstehen. Während Lore beginnt, sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen, liegt das Land um sie herum in Scherben. Gesten der Menschlichkeit sind rarer als ein Stück Brot. Die alte Zeit ist vorbei, die neue noch nicht da.

Donnerstag  16. Mai  19.30 Uhr  Hörsaal A1

Hörsaalgebäude der Universität, Albertus-Magnus-Platz   Eintritt: 2 € / für Erstsemester frei

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