Mittwoch 12. Juni 2013 // ab 18 Uhr // auf dem Campus der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Gronewaldstr. 2)

EINTRITT: FREI

Line-Up
BLACKMAIL
PICKERS
COSMIC
PAULA
ANY COLOUR YOU LIKE
THE FROUGH
BANDBIOGRAPHIE
BLACKMAIL
Es gibt Bands, die einfach nicht locker lassen. Die wissen, welche Qualität in ihnen steckt und engagiert darum kämpfen, diese Qualitäten immer wieder in neues, leicht verändertes Licht zu rücken. File under: Blackmail, eine der – wenn nicht der – konsistentesten deutschen Rockbands. Und das seit nunmehr 20 Jahren. Blackmail aus Koblenz haben schon zahlreiche Zyklen durchschritten, waren eine gefeierte Indie- und vielbeachtete Majorband, spielten die großen Festivals im Zwei-Jahres-Turnus, tauchten im Visions-Magazin mit einem Album unter den „150 Platten für die Ewigkeit“ auf und gehörten für den geneigten Rockhörer schon seit Jahren zum festen eigenen Wertekanon. Dann vor drei Jahren die Zäsur: Der bisherige Sänger Aydo Abay trennte sich von Blackmail. Es kam mit Mathias Reetz ein neuer Mann, ein bis dahin zwar nicht unbeschriebenes, aber doch neu zu entdeckendes Blatt – und zugleich ein echter Joker. Denn das im Mai 2011 erschienene „Anima Now!“, das erste Album mit ihm als Frontmann, erwies sich als pumpendes, vielschichtes Werk mit einem neuen Gütesiegel. Blackmail hatten in ihrem neuen Line-Up vom Fleck weg überzeugt – mit einem Album, das vom ersten Ton bis zur finalen Promotion komplett dem DIY-Gedanken folgte: selbst aufgenommen und produziert, selbst herausgebracht auf dem bandeigenen Label 45 Records und vom ersten Videoschnipsel bis zum letzten Konzert komplett autark an den Mann gebracht. Gut: Es gab Fans, die erst überzeugt werden wollten, dass Blackmail auch in der neuen Formation nichts von der alten Kraft und Dringlichkeit eingebüßt haben. „Es gab anfangs durchaus eine schwierige Zeit, wo man gemerkt hat, dass sich die Größe der Clubs verändert hat“, sagt auch Mathias Reetz. „Aber wir haben einfach nicht locker gelassen und immer weiter gemacht. Und aus unserer Perspektive ist die Aufbauarbeit, die sich nach so einem Besetzungswechsel zwangsläuffig ergibt, jetzt beendet. Das Level der Akzeptanz ist wieder wieder voll da.“ Und auch Kurt Ebelhäuser, der Mann hinter einem Großteil der Kompositionen und bis auf eine Ausnahme auch stets der Produzent ihrer eigenen Sachen, ergänzt: „Wo ‚Anima Now!’ noch eher ein gegenseitiges, ganz lockeres Beschnuppern war, steht ‚II’ nun für ein endgültiges Ankommen. Daher auch der Albumtitel: Es ist das zweite Album mit Mathias, es definiert das erneute Aufblühen von Blackmail mit anderen Mitteln und mit ganz vielen neuen Farben.“ Ja, die Farben: Schon „Anima Now!“ verzückte mit neuen Klangnuancen, anderen Ideen, einem frischen Sänger, der die Blackmail-typische Melancholie zwar verinnerlicht, ihr aber zugleich noch einmal eine völlig neue Tonalität hinzu gefügt hat. „Mathias hat so ein gewaltiges Spektrum an Songwriting- und Harmonie-Ideen, das bereichtert Blackmail gewaltig“, so Kurt. „Den Ansatz dazu hatten wir bereits beim vorigen Album entdeckt, aber erst jetzt kommt das richtig zum Zuge. Mathias kann echt so ziemlich alles, und das haben wir natürlich intensiv genutzt. Wenn du so jemanden in der Band hast, kannst du drumrum ganze Festungen errichten.“ Und Mathias sekundiert ganz selbstbewusst: „Ich habe mittlerweile ein anderes Verständnis von mir selbst und meiner Art zu komponieren und zu singen. Ich habe mich seit ‚Anima Now!’ noch stark entwickelt und bin jetzt richtig in der Band angekommen.“ Anders als in der Vergangenheit, wo Blackmail schon mal komplette Alben direkt im Studio innerhalb von zwei Wochen schrieben, ließen sie sich diesmal mehr Zeit. Es gab drei intensive Arbeits-Sessions im März, Juni und Oktober. „Diese Zeit hört man dem Album unmittelbar an“, so Mathias. „Es ist für uns ein Muss, dass das Songwriting total spannend ist, dass jeder Song extrem ausgearbeitet ist. Ich finde es überdies sehr erfrischend, dass jetzt auch Kurt einige Passagen singt; nur eine von zahlreichen Neuerungen oder Nuancen, die das Album zusätzlich beleben. Jeder einzelne Song muss in seiner Gesamtheit spannend und gern auch immer ein Stück weit kompliziert sein.“ In der Tat war der klangliche Kosmos von Blackmail noch nie so weitschweifig, vielseitig und – ja, auch das – progressiv wie auf „II“. Es ist das insgesamt mittlerweile achte Studioalbum dieses peitschenden Kompetenzzentrums in Sachen Rockmusik, das ebenso Kurts Liebe zu Beatles’ken Melodien offenbart, wie es mit gurgelnden Orgeln im Psychedelic Rock der 70er verankert ist, vor dem Indie und Grunge der 90er kurz den Hut zieht und damit am Ende selbst internationalen Top-Bands der Neuzeit wie etwa den Queens of the Stone Age das Wasser der Brachialität und Unmittelbarkeit abgräbt. Verantwortlich für diese enorme Dichte, Spielfreuede und vor allem Tiefe des Albums ist noch ein weiterer, der Band über Jahre angewachsenes Glied: Simon Jäger, lange Zeit Kurts Assistent bei dessen Produktionen im bandeigenen Studio 45, der schon auf „Anima Now!“ eine wichtige Rolle spielte und nun der Hauptverantwortliche für den Mix ist. „Kurt und Simon arbeiten nach zahlreichen gemeinsamen Produktionen mittlerweile perfekt Hand in Hand, und Simon ist ein unglaublicher Spezialist in Sachen Mixing geworden“, sagt Mathias. Und Kurt ergänzt: „Simon ist mittlerweile so viel weiter als ich, dass ich gern zurücktrete. Er bringt den Mix schlicht viel besser auf den Punkt.“ Das hört man. Ein interessantes Phänomen an „II“ ist, dass viele der Gitarren cleaner klingen als auf früheren Alben, der Druck der gesamten Produktion aber gleichzeitig mächtiger und kantiger ist als auf so ziemlich jeder anderen ihrer Arbeiten. Es pumpt und brodelt, poltert und bläst wie ein ordentliches Indiewerk, ist in seiner Brillanz aber zugleich ein auch für die Rock-Oberliga absolut konkurrenzfähiges Werk, mit dem – nun endlich – auch außerhalb Deutschlands mal mehr Staat zu machen sein sollte. „Die Idee war“, so Mathias, „dass dieses Album nicht nach Studio 45 und auch nicht nach Koblenz klingt, sondern dass es ein internationales Format bekommt.“ Gesagt, getan. Und mit diesen Songs, die in ihrer Melodiosität sofort zünden, gleichzeitig aber dermaßen viele Ebenen des Entdeckens bereit halten, dass man auch beim zehnten Durchgang noch ständig Neues entdeckt, beweisen Blackmail, dass man sich auch in einem 20. Bandjahr problemlos noch einmal ein Stück weit neu erfinden kann, ohne all die Qualitäten an Reife, Erfahrung und Know-how zu vernachlässigen. Neu erfunden haben sie sich auch in Sachen Veröffentlichungspolitik – Blackmail beschreiten einen völlig neuen Weg: Mit ‚45 Records’ und ‚Unter Schafen’ kümmern sich gleich zwei Indielabels um den Release und seine angemessene Platzierung. „Ich weiß gar nicht, ob es so etwas in Deutschland vorher gab, dass sich also Indies um eine VÖ gleichwertig kümmern“, sagt Mathias. „Das Tolle daran ist, dass wir uns streckenweise wieder als reine Musiker fühlen können mit dem Wissen, dass Arbeit auch erledigt wird, während wir proben oder auf Tour sind. Der Ideenaustausch war so unkompliziert und anregend, dass wir direkt zugesagt haben und dieses Modell für ‚II’ einfach mal angehen. Wir haben ziemlich viel Bock darauf!“ Für den Autor dieser Zeilen, der die Band bereits seit ihrem Debüt eng begleitet, mit ihnen über jedes Album ausgiebig sprach und sie geschätzte 50 Mal live sah, fühlt sich „II“ in seiner Dringlichkeit und Überzeugungskraft damit fast an wie das Debüt einer neu entdeckten Lieblingsband. Gleichwohl ein Debüt mit der Nonchalance und Größe eines ausgeruhten Spätwerks. Was für ein grandioser Spagat. Was für ein Album. Was für eine – erneute – Wiedergeburt einer Band, ohne die Deutschlands Musikszene um einen sehr entscheidenden Baustein ärmer wäre.
PICKERS (bekannt vom Bundesvision Song Contest),
Es mögen niedere Beweggründe gewesen sein, die die Pickers dazu bewogen, gemeinsam Musik zu machen. Man lernt als Musiker einfacher Mädchen kennen. Man kann als Band umsonst trinken. Man darf als Künstler Dinge tun, die von der gesellschaftlichen Norm leicht abweichen. Soweit bekannt, soweit verlockend, soweit billiges Klischee – an welchem aber immer auch ein schmutziger kleiner Fleck Wahrheit klebt. Lutz, Alex, Rob und Josh fanden in ihrer Heimat, dem beschaulichen Saar-Hunsrück-Kreis, eigentlich nur zusammen, um gemeinsam nach Berlin zu gehen und eine Gang zu sein. Als Rüstzeug im Gepäck: ein gewonnener lokaler Bandcontest, Kontakt zu einem schrulligen englischen Produzenten, gemeinsames Fan-Verhalten hinsichtlich britischer Klassiker wie Blur, Arctic Monkeys und Beatles. In der DNA der Pickers tauchen dementsprechend Melodiosität, Mut zum Krach und ein bemerkenswerter Arbeitsethos auf. Nahaufnahme Berlin: vier Jungs Anfang 20 leben in einer WG im unhipsten Bezirk der Stadt: Moabit, bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Straßenmusik und mit einer Residency in einem Berlin-Mitte-Café, und sie legen eine eiserne Disziplin an den Tag, was Proben und Songwriting betrifft. Wie geht das? Exkurs 1: 2011 ist Berlin immer noch „arm, aber sexy“, die minimalen Lebenshaltungskosten stellen andere Metropolen ins Abseits, die Nacht ist immer noch ein Sammelbecken der guten Gelegenheiten. Es geht: man lebt nicht gut als Künstler, aber man kann leben. Das ist für einen Jungmännerbund aus der Provinz ein Biotop, das die Alternativkarriere als (bitte Berufsvorstellung der Eltern einfügen: Sparkassenangestellter, etc.) da liegen lässt, wo nicht der Idealismus, sondern der gesunde Menschenverstand regiert. “Another variation on a theme / a tangle on the television and the magazine / d’you reckon that they do it for a joke?” (Arctic Monkeys, “Teddy Picker”) Exkurs 2: Eine Band hat ihre eigene Historie. Geburt, Kindheit, Schule: das wurde bereits abgehakt. Pickers sind 2011 im bis dato spannendsten Jahr ihres bisherigen Lebens angekommen: mehr Gigs gespielt als jemals zuvor, aus Ideen handfeste Songs entwickelt und aufgenommen, mehr als nur einen Hauch davon mitbekommen, was es heißt, in der Medienlandschaft aufzutauchen. Kurz: kreativer Sturm und Drang. Irgendwo sind bestimmt auch Abgründe, von denen wir gar nichts wissen wollen. „What happens on tour, stays on tour.“ (wahres Musikersprichwort) Exkurs 3: Der Beziehungsstatus der Pickers „ist kompliziert“. Sie gehören zu den glücklichen Bands, die von ihrer Musik leben können, jedoch noch auf niedrigem Niveau. Es wird gespielt, fast täglich: die Dienstleistungsgesellschaft namens Pickers arbeitet hart. Jedoch nicht, ohne das große Ziel aus den Augen zu verlieren: eine sehr gute Platte abliefern, vor immer größerem Publikum spielen und auf ehrbare Weise bekannt, gar berühmt werden. Pickers wissen, dass das alles erreichbar ist, denn der erste Quantensprung liegt bereits hinter ihnen. Böse Menschen werden dies als Arroganz deuten, die Wahrheit ist: die Jungs können nicht anders.
Cosmic Paula
http://www.cosmicpaula.de/ Tanzbar, intensiv und auf Kante! Das ist Cosmic Paula – handgemachter Rock aus Köln Ehrenfeld. Ohne Pathos und Wortklauberei. Das meint auch der Kölner Stadtanzeiger: „Indie-Rock zwischen alter und neuer Schule. Die Band spielt ihre musikalische Vision originell und punktgenau – ohne Effekthascherei, dafür mit einer Menge Ohrwurmqualität.“ Unsere Musik hat Power und macht Spaß. Tanzende Fans sind die Regel, nicht die Ausnahme. Sänger Peter Inflagranti weiß es, Momente auf der Bühne zu kreieren.
Any Colour you like
https://www.facebook.com/acylcologne Experimental Rock   3 der 5 Bandmitglieder kennen sich bereits aus der Schule und machen nun seit mehr als 5 Jahren zusammen Musik. Als „quasi“ sammelten die Jungs ihre ersten Erfahrungen – erst ganz klassisch im Wohnungskeller, später dann jedoch in den Bars und Clubs Kölns. Als die Studienplätze vergeben wurden, mussten sie sich jedoch von Bassist Felix vorerst trennen. Das Projekt stand auf der Kippe, doch wie das Schicksal es anscheinend wollte, holten die Jungs Kommilitonen Basti mit ins Boot, einen Ersatz der dem der Bass mehr als nur gut vertreten werden sollte. Ein Manko, welches bereits seit Gründung der Band existierte bestand – eine charismatische Stimme fehlte noch. Nur ein paar Wochen später, ausgerechnet an Karneval, hatte man dann zwischen Bier und Schnaps einen grölenden Patrick am Arm – eine Woche später im Proberaum. Durch den plötzlichen und sehr stimmigen Zuwachs fand die Band ganz neu zueinander. Die alten Songs wurden zur Seite gelegt und zusammen neue Musik geschaffen. Die Aufgabe bestand darin die jeweiligen musikalischen Interessen und Wurzeln der Bandmitglieder angemessen in den Songs unter zu bringen: Classic Rock, Alternative und Metal. Untermauert wird die Musik durch die atmosphärischen Effekte, welche viele Songs tragen – der neue Bandname „Any Colour You Like“ ist daher nicht aus Zufall derselbe wie der Song von Pink Floyd, sondern vielmehr das Leitmotiv, an das sich die 5 Jungs orientieren. Seit der Gründung im Sommer 2012 nimmt die Band jede Veranstaltungsmöglichkeit wahr, um ihre Musik den Menschen präsentieren zu können.
The Frough
The Frough – Drei Jungs in den eigenen vier Gitarrenwänden   Köln, Sommer 2011 – Die Brüder Ben und Sebastian gründen zusammen mit ihrem Freund Dorian eine Band. Zunächst ein Projekt, das die Jungs immer regelmäßiger in den Proberaum zog, hat sich nun zu einer festen Band ausgewachsen. Zu dritt sind die Aufgaben klar verteilt: Ordentlich Gitarre, Bass und Schlagzeug lautet die Devise, an den Rändern aber auch immer Platz für leise Zwischentöne und sphärische Flächen. Zwischen Indierock, New Wave und Post Punk – mehr moll als dur – liebäugelt die Band stets mit eingängigen Melodien. Dass das Ganze auch live überzeugt, konnte im letzten Jahr auf diversen Konzerten unter Beweis gestellt werden: „Dominiert wurde die Musik des Trios von harten Gitarrensounds und bisweilen melancholischen Melodien. In den Instrumentalparts zeigten Sebastian Jacobs (Gitarre, Gesang), Dorian Schnack (Bass) und Ben Jacobs (Drums) ihr Faible für rhythmische Kniffe“ (Kölnische Rundschau). Im April 2012 hat die Band nun ihre erste EP veröffentlicht: „Who ist the Frough?“ heißt der Silberling und beantwortet diese Frage mit fünf starken Songs quer durch das kreative Schaffen des Trios. Jetzt gilt es das Feuer zu schüren – die Jungs sind heiß und wollen raus!