In einer Presseerklärung erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht, dass Zwangsexmatrikulationen ein geeignetes Mittel seien, um Langzeitstudierende zum Abbruch des Studiums zu bringen. In seiner Erklärung kritisiert er den BAföG-Anspruch von Studierenden und spricht über die universitäte Selbstverwaltung als  „muffige Gremien“.

Katharina  Sass, 2. AStA-Vorsitzende, erklärt dazu: „Herr Rupprecht sollte sich fragen, wie man es schaffen kann, dass in diesem Land mehr Menschen in die Lage versetzt werden, ein Studium erfolgreich beenden zu können. Statt den Zugang zu den Hochschulen zu beschränken und Studierende auszusieben, sollte es mehr Studienplätze und mehr Hilfsangebote gerade auch für Langzeitstudierende geben. Die Tatsache, dass immer mehr Studierende zu Psychopharmaka greifen müssen, um den Hochschulalltag zu überstehen, zeigt deutlich, was schwarz-gelbe Bildungspolitik für die Menschen bedeutet.“

Der Sozialreferent im AStA der Universität zu Köln, Alexander Suchomsky ergänzt: „Es gibt zahlreiche Gründe dafür, dass Studierende länger studieren als es Herrn Rupprecht offenbar lieb ist. Die Sozialerhebungen zeigen, dass Studierende einen Großteil ihrer Zeit dafür aufbringen müssen arbeiten zu gehen. Die Berufstätigkeit der Studierenden ermöglicht daher oft nur ein Teilzeitstudium, welches dementsprechend längere Studienzeiten zur Folge hat. Politisches Engagement, familiäre Gründe oder schlicht eine fachliche Umorientierung können darüberhinaus das Studium verlängern.“

„Dass der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU Bundesfraktion das BAföG ausgerechnet an dessen 40. Geburtstag offensichtlich als reinen Kostenpunkt ansieht, empfinden wir als Skandal. Auch heute noch eröffnet das BaföG tausenden von Studierenden die Möglichkeit ein Studium aufzunehmen“, äußert sich Luisa Schwab aus dem Sozialreferat des AStA.

„Die demokratischen Organe der Hochschule und der verfassten Studierendenschaft als „muffige Gremien“ zu bezeichnen setzt der Erklärung die Krone auf und zeugt von einem fehlenden Demokratieverständnis. Es überrascht mich, dass solche Aussagen von einem Abgeordneten des Bundestages so getroffen werden können“, schließt Jonas Thiele, erster AStA-Vorsitzender, ab.