Donnerstag 03. November 2011 // 17:45 Uhr // Hörsaal G (Hörsaalgebäude)

Die Studentenproteste im WS 09/10 wurden in den Medien in erster Linie auf die Forderung ach einer Abschaffung von Studiengebühren reduziert. Für viele Beteiligte ging es jedoch um wesentlich mehr. Getrieben von einem Unbehagen an den Studienbedingungen im Zeichen von Bologna wurde die Frage nach dem Sinn eines akademischen Studiums aufgeworfen. Geht es um Employability oder Bildung? Soll eine Universität verwertbares Wissen und Humankapital (Vgl. Bildungsbericht Bundesrepublik Deutschland 2010) produzieren oder spielen individuelle Bildung, gesellschaftliche Verantwortung und zweckfreie wissenschaftliche Erkenntnis auch noch eine Rolle?

Die Protestbewegung war ausgesprochen erfolgreich darin, die wesentlichen Fragen aufzuwerfen. Leider blieb jedoch der entscheidende politische Impuls für eine grundlegende Besinnung und Neugestaltung aus. Der Grund dafür liegt vielleicht auch in einer grundsätzlichen Krise des Bildungsbegriffs, der einer systematischen und zeitkritischen Ausarbeitung zugeführt werden müsste, um als Vision oder Orientierung eines politischen Aufbruches dienen zu können. Der Vortragsabend dient der genaueren Erkundung der Konstellationen, unter denen sich die Bildungsfrage akut stellt: Welche ökonomistisch-politischen Kräfte sind für die Bologna-Reform verantwortlich? Welches Menschenbild wird propagiert? Ist das Bildungsideal des Humanismus heute noch zu rechtfertigen oder ist es durch die Postmoderne widerlegt? Was ist der Sinn von Universität und akademischer Bildung?

Eine Veranstaltung mit Dr. Matthias Burchardt und Prof. Dr. Ursula Frost (beide Insitut für Bildungsphilosophie, Uni Köln)