Der AStA der Uni Köln fordert DAAD und Auswärtiges Amt zum Handeln auf

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln äußert sich besorgt über die finanzielle Lage syrischer Studierender in Deutschland. „Viele syrische Staatsbürger*innen, die zum Studieren nach Deutschland gekommen sind, beklagen seit Monaten das Ausbleiben finanzieller Transfers aus ihrer Heimat“, so Luisa Schwab, 1. AStA – Vorsitzende. Die unzureichende finanzielle Versorgung treibt viele syrische Student*innen unter das Existenzminimum. „In dieser Situation bitten wir den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und das Auswärtige Amt in Berlin ihre Aktivitäten zu verstärken und einen kurzfristigen Hilfsfonds einzurichten. Mit einem kurzfristigen Darlehen könnte vielen notleidenden Student*innen aus Syrien unter die Arme gegriffen werden“, fährt Schwab fort.

„Im Gespräch mit syrischen Studentinnen und Studenten erfahren wir, wie hoch nicht nur der finanzielle Druck, sondern auch die psychische Belastung ist. Oft bleibt der Kontakt zwischen den Student*innen und ihren Verwandten in Syrien wochenlang aus. Die Telekommunikation ist über lange Phasen unterbrochen“, bemerkt Alexander Suchomsky, Referent für Soziales und Internationales. Diese psychische Belastung schlägt sich zunehmend auf die Studienleistungen aus. Viele der 43 syrischen Studierenden an der Uni Köln können sich nur eingeschränkt auf ihre Prüfungen vorbereiten. Eine hohe Durchfallquote sowie überdurchschnittlich schlechte Prüfungsergebnisse sind die Folge.

Lobend äußert sich der AStA über das Engagement des Akademischen Auslandsamtes (AAA) der Uni Köln. „Das AAA hat die Krise früh erkannt und das Rektorat aufgefordert, bei den Fakultäten um Nachsicht bei ungewohnt schlechten Studienleistungen von syrischen Student*innen zu bitten. Dieser Bitte ist das Rektorat nachgekommen. Nun hoffen wir, dass die Fakultäten reagieren und Wiederholungsprüfungen anbieten“, sagt Philipp Schubert, 2. AStA – Vorsitzender.

In Deutschland studieren derzeit mehr als 1000 syrische Staatsbürger*innen, von denen viele seit Monaten unter finanzieller Not leiden. Viele müssen ihre Erwerbstätigkeit neben dem Studium ausdehnen, um die weggefallene finanzielle Unterstützung aus Syrien auszugleichen. Dies führt wiederum zu einer Vernachlässigung des Studiums und vergrößert neben der Angst um die Angehörigen die Erschöpfung. Ein normales Studium ist so nicht mehr möglich. Am 15. März begehen Syrer*innen in aller Welt den Jahrestag des Aufstands gegen das Regime von Bashar Al – Assad.

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