Museumsbesuche

Kostenlose AStA-Museumsbesuche im Wintersemester 2026/27

Kunst, Kultur und Geschichte fördern kritisches Denken – und sollten für alle zugänglich sein, unabhängig vom Geldbeutel. Um einen Beitrag dazu zu leisten, organisiert der AStA der Universität zu Köln jedes Semester ein Museums- und Kulturprogramm, bei dem die Führungen für Studierende der Universität zu Köln kostenlos sind. Die Führungen werden von Referent:innen der jeweiligen Museen oder Organisationen gegeben. Treffpunkt ist immer 15 Minuten vor Beginn der Führung am angegebenen Ort.

Wie wirkt koloniale Geschichte bis heute an unserer Universität fort? Welche Spuren finden sich auf dem Campus – sichtbar und unsichtbar? Und welche Perspektiven fehlen in den gängigen Erzählungen und der Erinnerungskultur universitärer Geschichte?

Im Rahmen einer interaktiven Führung wird der Campus aus einer intersektionalen, rassismus- und kolonialismuskritischen Perspektive erkundet. Dabei wird sowohl über die Rolle von einzelnen Personen, Institutionen und Sammlungen, die in koloniale Strukturen eingebunden waren, als auch über koloniale Kontinuitäten und deren Einfluss auf Universität, Stadt und Gesellschaft gesprochen. Der Campus wird hierbei als Ort verstanden, an dem koloniale und andere miteinander verflochtene Machtverhältnisse Spuren hinterlassen haben – in Gebäuden, Lehrinhalten, Forschungsstrukturen, institutionellen Praktiken und Selbstverständnissen. 

Wir treffen uns um 14.45 Uhr am Hauptcampus. Der genaue Ort wird Euch wenige Tage vor dem Termin in der Erinnerungsmail mitgeteilt.

Von den „Bauhausmädeln“ zum gendersensiblen Design: Welche Rollen nehmen Frauen im Design ein?

Der Weg ins Design war für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch steinig. Den Studentinnen im Bauhaus beispielsweise war die Weberei zugedacht, nicht aber die Ausbildung in anderen Gewerken oder gar der bildenden Kunst. Als Zielgruppe hatte man Frauen hingegen schon früh im Blick. Was hat nun Gender mit Design zu tun? Haben Frauen und Männer unterschiedliche Anforderungen an Designobjekte? Und welche Vorstellungen von „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ verbinden wir mit ihnen?

Wir treffen uns um 16.45 Uhr im Eingangsbereich des MAKK.

In einer Stadtteilführung durch die Kölner Südstadt gehen wir der Geschichte der Navajos, der Edelweißpirat:innen und der unangepassten Jugend Kölns in der NS-Zeit nach, wobei mit dem Volksgarten einer ihrer zentralen innerstädtischen Treffpunkte während der 1930er und 1940er Jahre beleuchtet wird.

Vor Ort wird über die Lebensgeschichten und den Alltag der Jugendlichen, die Lieder und Kluft, das Auftreten und die weiteren Fahrtenziele der verschiedenen Gruppen gesprochen – und über ihre Konflikte mit der Hitlerjugend sowie die Verfolgung durch Polizei und Gestapo. Über den Rosengarten und Eifelplatz, mehrmals Ort großer Verhaftungsaktionen, folgen wir anschließend den Spuren der Jugendlichen bis in das EL-DE-Haus und erfahren in der Gedenkstätte Gestapogefängnis des NS-Dokumentationszentrums mehr über ihr weiteres Schicksal.

Wir treffen uns um 14.45 Uhr am Chlodwigplatz an der Severinstorburg.

In europäischen Museen sind Schwarze Künstler:innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt eine interdisziplinäre Sonderausstellung im Museum Ludwig, wie Schwarze Künstler:innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder der Négritude-Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora.

Wir treffen uns um 18 Uhr Eingangsbereich des Museum Ludwigs.

Unbequem, scharfsinnig und ihrer Zeit weit voraus: Mit spitzem Griffel entlarvte Hanna Nagel (1907–1975) Geschlechterrollen, Machtmissbrauch und gesellschaftliche Missstände. Ihre feministischen und antidiskriminierenden Positionen kamen erst nach ihrem Tod ans Licht, die politische Sprengkraft dieser Werke entfaltet sich heute in ihrer ganzen Aktualität. In einer Sonderausstellung vom 27.11.2026 – 20.02.2027 rückt das Kollwitz Museum Köln diese außergewöhnliche Künstlerin mit rund 100 Zeichnungen und Druckgrafiken aus den 1920er- und 1930er-Jahren neu ins Bewusstsein.

Wir treffen uns um 16.45 Uhr im Eingangsbereich des Kollwitz Museums Köln.

Am 4. Januar 1933 trafen sich Adolf Hitler und Franz von Papen in der Villa des Bankiers Kurt von Schröder in Köln-Lindenthal und verhandelten über die Beteiligung der Nationalsozialisten an einer nationalkonservativen Regierung. Hier begann eine politische Weichenstellung, deren Folgen in Krieg, Verfolgung und millionenfachem Mord mündeten.

Ausgehend von der Villa Schröder führt der Gedenkgang durch die nationalsozialistische Vergangenheit Braunfelds und erörtert die Geschichten von Täter:innen, Mitläufer:innen, Widerständler:innen und Verfolgten. Unter anderem sprechen wir über die sogenannte „Arisierung“ jüdischen Eigentums und stoppen an der Villa des NS-Gauleiters Josef Grohé, am Albert-Richter-Velodrom des Sportparks Müngersdorf und am Gedenkort Deportationslager Köln-Müngersdorf. Der Gedenkgang endet am Petershof, der sowohl als Reiterstaffelort der Hitlerjugend als auch als Gefangenenlager genutzt wurde.

Geleitet wird der Rundgang von Roland Schüler (Teil des Arbeitskreises zur Errichtung des Gedenkortes Deportationslager Köln-Müngersdorf), Peter Trinogga (Vorsitzender des VVN-Bda Köln), Hildegard Jahn-Schnell (Ehrenvorsitzende des Bürgervereins Köln-Müngersdorf e.V.) und Benjamin Peterle-Pick (Teil eines Rechercheteams, welches die nationalsozialistische Vergangenheit eines Wohnhauses in Braunsfeld aufgearbeitet hat, wo er mit einer WG lebte).  

Wir treffen uns um 14.45 Uhr an der Haltestelle Wüllnerstraße (Linie 7, 13).

Der politische, erinnerungskulturelle Stadtspaziergang von Rom e. V. macht die lokalen Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze in Köln sichtbar. Die Route führt zu Orten der nationalsozialistischen Verfolgung von Rom:nja und Sinti:ze, der Erinnerung, der rassistischen Kontinuitäten nach 1945 und der Bürger:innenrechtsbewegung von Rom:nja und Sinti:ze in den 1980er/1990er Jahren. Der Stadtspaziergang gibt dabei Einblicke in Biografien, Kämpfe und Perspektiven von Rom:nja und Sinti:ze und verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf empowernde Weise.

Wir treffen uns um 15.45 Uhr in der Kölner Innenstadt. Der genaue Ort wird Euch wenige Tage vor dem Termin in der Erinnerungsmail mitgeteilt.

Bitte meldet Euch über den QR-Code, den folgenden Link (https://www.asta.uni-koeln.de/museumsfuehrung) oder per E-Mail an museumsbesuche@asta.uni-koeln.de für die Führungen an. 

Wir freuen uns auf Euch!