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Antisemitismus unter Geflüchteten – Vortrag von Günther Jikeli


Hörsaal G – Hörsaalgebäude – Universität zu Köln | Dienstag, 26. Juni - ab 21:30 Uhr bis Dienstag, 26. Juni 2018 - 23:30 Uhr
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Seit dem Jahr 2015 kamen hunderttausende Menschen nach Deutschland und Europa, die vor den verheerenden Bürgerkriegen in Syrien und im Irak geflüchtet sind. Früh gab es Diskussionen und Mutmaßungen über das Demokratieverständnis, antisemitische Stereotype und Feindbilder dieser Flüchtlinge. Während die einen die antisemitischen Einstellungen, die in arabischen Ländern zur Staatsdoktrin gehören, als größte Gefahr für Jüdinnen und Juden in Deutschland ansehen, wollen andere diese nicht gesondert hervorheben und verweisen auf den antisemitischen Bodensatz, der auch ohne Zuwanderung in Europa existiert.

Um Klarheit in die Debatte zu bringen, hat das American Jewish Committee (AJC) den Historiker und Antisemitismusforscher Günther Jikeli mit einer Studie beauftragt. Hierfür wurden in Berlin 68 Geflüchtete (18-52 Jahre) aus Syrien und dem Irak in Gruppeninterviews befragt. Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse der Studie vermitteln ein differenziertes Bild:
„Judenfeindliche Ressentiments, antisemitische Verschwörungstheorien und eine kategorische Ablehnung Israels sind bei vielen Flüchtlingen aus dem arabischen Raum weit verbreitet. Dies ist angesichts der tiefen Verwurzelung des Judenhasses in arabischen Ländern zwar nicht verwunderlich, dennoch hat uns die Klarheit einiger Aussagen überrascht. (…) Die Ergebnisse der Studie sind erschütternd, aber nicht alle Flüchtlinge sind gleich und unser Verständnis muss viel differenzierter werden. Gerade diejenigen, die in Syrien oder dem Irak als religiöse oder ethnische Minderheiten verfolgt wurden, positionieren sich häufiger gegen Antisemitismus und für Israel“, so Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute. Eine aktuell laufende Folgestudie mit 85 Befragten bestätigt die Ergebnisse.

Günther Jikeli wurde 1973 in Köln geboren und arbeitet als Historiker und Antisemitismusforscher an der Indiana University und an der Universität Potsdam. Er ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied des International Institute for Education and Research on Antisemitism (IIBSA), das in London und Berlin Büros betreibt. 2012 erschien sein Buch „Antisemitismus und Diskriminierungswahrnehmungen junger Muslime in Europa. Ergebnisse einer Studie unter jungen muslimischen Männern“.

Eine Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus Köln und des AStA der Universität zu Köln. Die Veranstaltung wird freundlicherweise von dem Studierendenausschuss der Vollversammlung (StAVV) der Humanwissenschaftlichen Fakultät sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Köln unterstützt.

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