Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität zu Köln kritisiert das Vorgehen der Universität im Zusammenhang mit dem Auslaufen der klassischen Diplom- und Magisterstudiengänge. Auf Grund der Auslaufordnungen sind weiterhin zahlreiche Studierende, die ihre Zwischenprüfung noch nicht abgelegt haben, von näher rückenden Zwangsexmatrikulationen bedroht. Zudem wurden von 32 behandelten Härtefallanträgen elf Anträge abgelehnt. Weitere Härtefallanträge wurden gar nicht erst zur Behandlung zugelassen.

Dazu Jonas Thiele, 1. AStA-Vorsitzender: „Wir kritisieren das restriktive Vorgehen der Uni bei den Härtefallanträgen. Viele Studierende müssen viel arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren und können deshalb nur ‚Teilzeit’ studieren. Dies wurde nicht als Härtefallgrund gewertet. Wir sind erschrocken, dass selbst der Härtefallantrag eines Kommilitonen mit chronischer Krankheit abgelehnt wurde. Der Kommilitone – übrigens mit Migrationshintergrund – hat zudem drei Kinder, die er erziehen muss. Solche Kommilitonen verdienen besondere Unterstützung dafür, dass sie trotz allem studieren wollen. Stattdessen werden sie herausgeschmissen.“

Katharina Sass, 2. AStA-Vorsitzende, fügt hinzu: „Bisher weigert sich die Universität, die Auslaufordnungen aufzuheben, was die einfachste Lösung wäre. Stattdessen werden die Studierenden gezwungen, in den Bachelor-Studiengang zu wechseln. Letzteres ist für einige allerdings gar nicht ohne weiteres möglich, da es nicht für alle Studiengänge das Äquivalent im Bachelor gibt. Außerdem muss, wer in den klassischen Studiengängen begonnen hat, auch das Recht haben dort in Ruhe fertig zu studieren. Wir fordern: Weg mit den Auslaufordnungen! Sie produzieren einen enormen Verwaltungsaufwand, sind unsozial und elitär.“

Auch die Politikreferentin des AStAs, Bilge Gecer, stellt klar: „Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den betroffenen Kommilitonen. Hierzu haben wir auch bereits Kontakt mit der Landesregierung und den im Landtag vertretenen Parteien aufgenommen. Hier ist die Politik gefordert, den Zwangsexmatrikulationen einen Riegel vorzuschieben, wie Svenja Schultze es zu Beginn ihrer Amtszeit versprochen hat.“